Bierdeckel

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Was mir ja hier in Baden-Württemberg immer wieder auffällt sind die etwas unansehnlichen bierdeckel auf den tischen…

Wenn bei uns in Köln solche angefressenen dinger auf den tisch oder die theke kämen, dann würde wahrscheinlich der wirt standrechtlich an den weichteilen aufgehangen. Ich glaube, ich muss da mal ein paar tausend von zu hause mitbringen, da die dinger hier wohl scheinbar mangelware sind. Das was hier in dem töpfchen steht ist schon mindestens 5 mal gebraucht oder/und durchgeweicht. Keine kneipenkultur, diese banausen…

Vielleicht horten diese versuchs-schwaben die bierdeckel auch nur, um eventuell das eigene häuschen adäquat zu isolieren. Zutrauen würde ich den brüdern hier alles…. :denk:

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Raucherkneipe

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Es gibt sie noch…

Gestern abend habe ich sie eher zufällig entdeckt. Da das dem hotel angeschlossenen restaurant ruhetag hatte, hab ich mich dann mal auf die suche gemacht, um etwas zu schnabulieren. Nicht weit weg vom hotel in einer seitengasse hörte ich dann plötzlich stimmen. Und in diese richtung führte mich dann mein weg….

Ein paar meter weiter stand ich dann vor einer kneipen- oder wie man hier sagt wirtshaustür. Als ich die tür aufmachte, staunte ich nicht schlecht. Denn entgegen meiner bisherigen erfahrungen hier unten im süden war der raum rappelvoll und auch die stimmung schien recht gut zu sein. Also scheiss was auf futter, hopfen und malz erleichtern die balz… :cool:

Und da war ich doch wirklich in eine wirtschaft voller gesetzesbrecher geraten. Zwar galt/gilt auch für diese kneipe offiziell das rauchverbot, doch dem wirt war das offensichtlich ziemlich egal, wie ich in einem gespräch mit ihm zu einem späteren zeitpunkt feststellen durfte. “Wo kein kläger, da kein richter” prangte übrigens von einem grossen schild hinter der theke herab und traf die situation perfekt.

Also hab ich mir dort gemütlich ein paar bierchen gezischt, die ich mir nach diesem anstrengenden tag gestern und der vielen autofahrerei auch verdient hatte. Die gespräche mit den einheimischen waren auch sehr angenehm und sehr aufschlussreich. Denn dabei erfuhr ich unter anderem, das die lokalität eine art geheimtipp unter dem quarzenden anteil der dortigen bevölkerung ist.

Ich habe dem wirt dann bei unserem späteren gespräch den vorschlag gemacht, hier in meinem blog einen bericht darüber zu veröffentlichen. Den vorschlag fand er prima, regte allerdings an, den namen seiner lokalität lieber nicht zu nennen, um keine “schlafenden hunde zu wecken”. Dem füge ich mich natürlich, wenn auch schweren herzens…

Denn ich mag typen, die sich von unseren bundesbonzen nicht alles vorschreiben lassen und sich auch mal - in einem gewissen rahmen - widersetzen. Ich hoffe, du bist mit meiner schilderung zufrieden, Manfred. Mir hats sehr gut gefallen und wenn ich wieder mal in der region bin, werde ich mit sicherheit auch wieder vorbeischauen.

Falls jemand eine lokalität nahe der grenze zur Schweiz suchen sollte, wo er auch mal eine quarzen darf, ohne sich den hintern abzufrieren, dem teile ich die adresse gerne per mail mit…

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Göttliche Hilfe

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Meine fresse, war das ein betrieb…

Da es gestern abend noch brechend voller war als ich schon angenommen hatte, haben wir es uns mit einigen leuten im eigens vor der tür aufgestellten raucherzelt gemütlich gemacht. Hier hatte man zwar keinen direkten blick auf die bühne, konnte dafür aber trotzdem aus leibeskräften sinngen…

Allerdings muss der mensch ja auch mal müssen. Nur müssen war bei diesem tohuwabohu ein echtes problem, denn das grosse menschenvolk war so dicht gedrängt, dass selbst der gang zum stillen örtchen nur von einem schwer bewaffneten und staatlisch diplomierten einzelkämpfer durchzuführen war…

Also haben wir ausgewiesenen stehpinkler ein etwa 5 meter langes stück mauer ausgespäht, das auch noch ziemlich abgelegen an der gegenüber liegenden tanke quasi zum kurzzeitigen verweilen einlud. Wer jetzt dennkt, dass selbst das stille dahin-urinieren keine grosse aktion wäre, der hat sich aber ganz schön geschnitten. Denn auch hier war die kälte unser grösster gegner…

Na gut, eher meiner… :pfeif: Denn wie es der zufall wollte, hatte ich wieder dieses zwar bequeme, aber mit einem äusserst unpaktischen vierknöpfigen verschluss für handeingriffe versehene beinkleid an, das sich bei diesem wetter nur sehr bedingt zum harten einsatz an der mauer eignete. Denn alles im leben ging natürlich auf, nur meine hose nicht… :roll:

Hätte ich lange fingernägel gehabt, wären die mir wahrscheinlich alle einzeln abgebrochen, bevor ich auch nur einen knopf geöffnet hätte. Aufsprengen war auch keine option, da in diesem fall wesentliche teile der männlichen anatomie höchst gefährdet gewesen wären. Und auch schweres gerät in form eines seitenschneiders oder einer wasserpumpenzange war leider nicht vorhanden…

In diesem fall half mir aber wieder mein relativ guter kontakt zum lieben herrn Gott. Der erbarmte sich nämlich nach einem kurzen stossgebet gen himmel und half mir durch seine geistige kraft, den hosenlatz doch noch zeitig zu öffnen. Bevor der inhalt des korpereigenen sammelbehälters zum inhalt der hose werden konnte…

Und er half mir mit seinem segen nach dem vollbrachten werk auch dabei, diesen äusserst unpraktischen hosenverschluss wieder zu schliessen. Dies zwar erst geschätzte 20 minuten später, aber immerhin…

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Feierlichkeiten

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Gestern auf der weihnachtsfeier…

Da hatte man sich offensichtlich alle mühe gegeben, eine vernünftige feier auf die beine zu stellen. Sogar ein programm mit einigen regionalen künstlern war zusammen gestellt worden und es versprach, eine dieser besseren feiern zu werden. Allerdings nicht für mich…

Denn da hatte man doch tatsächlich einen saal erwischt, in dem rauchverbot angesagt war. Und so etwas boykottiere ich ja nach leibeskräften… 8) Eine halbe stunde nach beginn der veranstaltung standen schon mehr leute mit mir vor der tür als im saal saßen. Was natürlich niemand richtig befriedigte…

Nach etwa einer stunde hab ich der besseren hälfte dann mitgeteilt, dass ich mich mal kurzfristig nach einer anderen lokalität umsehen werde. Da sie mit ein paar bekannten redete, nahm sie das eher beiläufig auf. “Komm aber noch mal wieder” war dann das letzte, das ich lange zeit von ihr hörte…

Schräg gegenüber hab ich dann eine richtig schön gemütliche kneipe mit einer stabilen theke gefunden. Und dort hab ich es mir dann gemütlich gemacht. Offensichtlich hatten sich wenig später auch einige andere gäste der feier vor der tür den hintern abgefroren. Denn da wurde der laden plötzlich ziemlich voll, weil immer mehr bekannte gesichter es mir gleich taten.

Und so haben wir dann unsere eigene weihnachtsfeier unter rauchern gefeiert. Es war richtig schön gemütlich und wenn die bessere hälfte mich nicht zweieinhalb stunden später mit den worten “Hätte ich mir ja denken können…” aus dem lokal abgeholt hätte, wäre ich wahrscheinlich auch dort versackt. Sie kennt mich eben… ;-)

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Anstand

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Manche leute haben ja wirklich den anstand mit dem schöpflöffel gefressen….

Das ist mir in der vergangenen woche erneut aufgefallen, da hatte ich wieder mal so ein exemplar am nebentisch sitzen. Das erste was er zu bemängeln hatte, war das bier, dass die kellnerin ihm serviert hatte. Es war ihm offensichtlich zu warm und auch nicht über dem eichstrich gezapft, wie er der bedienung lautstark und gestenreich klarmachte. Wie sein akzent verriet, kam er offenbar aus dem land der indianer. Und offenbar gab ihm dass das recht, dies auch gleich der ganzen kneipe mitteilen zu müssen. Glaubte er offensichtlich….

Als nächstes kam dann das essen an die reihe. Das fleisch war nicht durch, der salat versalzen und er sei ja, zitat “nicht nach Germany gekommen, um so einen schweinefrass vorgesetzt zu bekommen.” Was mich doch ein wenig verwunderte, denn zufälligerweise hatte ich das gleiche gericht kurz zuvor gegessen, woran es aber auch nicht das geringste zu beanstanden gab. Naja, vielleicht hat er ja in ami-land seine geschmacksnerven pimpen lassen…

15 minuten später brachte ihm die kellnerin einen neue portion und servierte sie ihm freundlich lächelnd. Was ihn zu der aussage bewegte, sie “brauche ihn nicht so blöd anzugrinsen.” Was die kellnerin etwas konsterniert zur kenntnis nahm und wofür sie sich sogar entschuldigte. Da ich ihr lächeln erstens nicht als blödes gegrinse aufgefasst habe und mir zweitens ein solches benehmen tierisch gegen den strich geht, fühlte ich mich dann doch genötigt, dem “herrn” mal auf den zahn zu fühlen.

“Sie kommen aus Amerika” fragte ich ihn und sah zu ihm herüber. “Yeah, gebürtig aus Hannover, aber ich lebe schon 42 jahre in Wisconsin” antwortete er mir ohne zu zögern, war aber scheinbar überrascht, das ich ihn ansprach. “Kennen sie Wisconsin?” fragte er mich in seinem amerikanischen slang. “Nein” antwortete ich kurz, “nur aus dem atlas.” Er nickte und wollte scheinbar gerade etwas sagen, als ich noch locker hinterher schob: “Wenn da nur solche arschlöcher leben, möchte ich es auch nicht kennen lernen!”

Da drehte er sich weg und pickte weiter lustlos in seinem essen… Es gibt situationen, da kann ich einfach nicht das maul halten… :roll:

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