
Zu gerne würde ich ja bei der kleinen umfrage derer von Krötengrün mitmachen…
Aber ich würde das thema wohl ein wenig verfehlen. Denn selbstverständlich war ich immer ein braver und strebsamer schüler, der niemals die schule geschwänzt hat. Auch wenn die schulzeit nicht immer einfach war, wenn man mal von der grundschule absieht. In der grundschule war schwänzen auch gar nicht notwendig, denn da ging ich ja noch gerne zur schule…
Allerdings kann ich mich an einen tag erinnern, wo ich so etwas ähnliches wie schwänzen gemacht habe. Im 6ten schuljahr mussten wir zu meinem grossen leidwesen den kochunterricht besuchen. Und unsere lehrerin hatte geplant, mit uns Königsberger Klopse zu kochen. Eigentlich ja nichts schlimmes, aber mir graute es vor der vorstellung, kartoffeln schälen zu müssen. Und so schlich ich mich in der grossen pause in unsere schulküche und entsorgte erstmal auf dem kleinen dienstweg die eingelagerten erdäpfel, in dem ich sie in einem unter dem fenster liegenden lichtschacht verschwinden liess…
Als die stunde dann begann, stellte unsere lehrerin dann verdutzt fest, dass ihr wohl jemand die kartoffeln gemopst hatte. Aber natürlich wollte sie die doppelstunde nicht sinnlos verstreichen lassen und fragte deshalb wer bereit wäre, neue stärkeknollen zu besorgen. Tja, und was soll ich euch sagen, natürlich habe ich mich sofort gemeldet. Sie gab mir geld und schon verschwand ich durch das loch, dass der maurer in der wand gelassen hatte…
Natürlich interessierten mich kartoffeln herzlich wenig und deshalb beschloss ich kurzfristig, den einkauf etwas hinauszuzögern. Dummerweise hatte ich keine uhr dabei aber ab und an einen blick auf die weithin sichtbare kirchenuhr zu werfen sollte ja wohl möglich sein. Sollte… Nachdem ich schon eine ganze zeit durch die strassen geschlendert war, ging ich dann mal richtung hauptstrasse, um einen ersten blick auf die kirchturmuhr zu erhaschen.
“Naja, kann ruhig noch etwas dauern”, dachte ich so bei mir. Und dann fiel mein blick auf den bolzplatz, der damals noch neben der kirche war. Und was erblickten meine augen dort: Schulschwänzer! Das konnten nur schulschwänzer sein, die morgens um halb elf da fussball spielten. Das musste ich natürlich kontrollieren… Als ich bei den anderen jungs ankam, wurde ich gleich zum mitspielen verpflichtet. Naja, ein paar minuten hatte ich ja noch zeit…
Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Denn als ich auf einmal zur uhr hochschaue bemerke ich, dass die paar minuten an diesem tag wohl etwas länger waren. “Scheisse, viertel nach eins”, das würde bestimmt ärger geben. Also im laufschritt richtung schule gedackelt. Brennend heiss fiel mir dann allerdings auf halber strecke der grund meiner kleinen exkursion ein. Doch ebenso brennend heiss fiel mir ein, dass diese verflixte supermarkt von eins bis drei mittagspause hatte…
Was also tun?
Na gar nichts, was hätte ich auch tun sollen. Schliesslich wachsen kartoffeln ja nicht an jeder litfaßsäule… Etwas langsamer als zuvor ging ich richtung schule. Als ich um die letzte ecke bog, kamen mir schon die ersten aus der parallelklasse entgegen. Auf den streifenwagen vor dem haupteingang achtete ich allerdings überhaupt nicht. Als ich die tür aufzog, machte ich mich schon mal seelisch mit nachsitzen vertraut. Bis…
Ja bis mir auf einmal unsere kochlehrerin entgegen flog und mich herzhaft umarmte, während sie, eskortiert von zwei uniformträgern, mir mit tränen in den augen irgendwas von “na Gott sei dank” ins öhrchen brabbelte. Sie hatte wohl auch die polizei benachrichtigt weil sie gedacht hatte, mir wäre etwas passiert. Ich hab sie mir dann erstmal mit einiger mühe von meinem astralkörper entfernt weil ich damals schon flennende hühner frauen hasste und mir auch nicht den kragen meines t-shirts nassweinen lassen wollte.
Von den blöden kartoffeln sprach an diesem tag übrigens niemand mehr und nachsitzen brauchte ich auch nicht. Vielleicht lag es daran, dass ich die halbe klasse vor dem kartoffelschälen bewahrt hatte…
Wenn ihr auch noch so einen schwank aus eurer jugend (oder auch später…) auf lager habt, dann hüpft ruhig mal rüber zur kröte und erzählt ihn ihr…











… ja und um die Jahrhundertwende gab es auch noch nicht an jeder Ecke nen Türkenladen mit Gemüse in old Colonia. Waren da eigentlich die Römer schon weg aus Colonia als Du in der Schule warst
römer? das muss nach mir gewesen sein…
Köstliche Geschichte! Ich hab das kleine Hänschen förmlich in kurzen Hosen und kariertem Hemd aufm Bolzplatz gesehen
Danke fürs Mitmachen
ich möchte mal festhalten, dass ich ne lange hose trug. die allerdings nachher nicht mehr so sauber war wie vorher…